Meine Werkstatt


Hier möchte ich anhand von einigen Fotos, die ich während der Montage des Capreolus-Messers gemacht habe, kurz erläutern wie ein Messer in meiner Werkstatt entsteht. Es sei jedoch gesagt, dass die einzelnen Arbeitsschritte je nach Konstruktion und Design variieren und ich meine Methoden und Werkzeuge ständig weiterentwickle.


Hier sieht man die wesentlichen Werkzeuge (außer den elektrischen Maschinen) und Materialien, die ich für den Bau verwendet habe:



Nach dem Anfertigen eines Entwurfes, einer Konstruktionszeichnung und der Auswahl von Klinge und Griffmaterialien ist der erste Arbeitsschritt immer das Abkleben der Klinge mit Klebeband. Hierdurch wird das Verletzungsrisiko beim Arbeiten mit der in der Regel schon fertig geschärft ausgelieferten Klinge minimiert und verhindert, dass diese besonders beim späteren Schleifen des Griffes beschädigt wird.




Um das Parierelement aus einem rechteckigen Stück Stahlblech herzustellen wird dieses mit einem Langloch zum Einstecken des Klingenerls versehen. Dieses muss exakt an die Klinge angepasst werden damit später zwischen den Flanken der Klinge und dem Griff keine Ritze entsteht. Wie gut dies gelingt ist in meinen Augen ein wesentliches Qualitätskriterium und unterscheidet handgefertigte Messer oft von Industrieware.




Das Langloch wird zuerst angezeichnet. Dann wird eine möglichst dichte Lochreihe gebohrt. Die verbleibenden Stege müssen mit einem Fräser und durch Feilen von Hand entfernt und der Schlitz Stück für Stück angepasst werden. Dies ist einer der zeitaufwändigsten Arbeitsschritte.





Der besondere Clou bei diesem Entwurf ist das exakt an das Griffholz angepasste, gebogene Stichblatt:




Nachdem ich das Metall in die gewünschte Form gebogen hatte, war viel Geduld gefragt, bis das Holzstück so zurecht geschliffen war, dass es keine Lücke zwischen den Materialien mehr gab.


Jedes einzelne Teil des Griffes muss mit einer Bohrung versehen werden, damit es auf den Klingenerl aufgeschoben werden kann. Je genauer dies geschieht, desto leichter tut man sich beim anschließenden Verkleben der einzelnen Teile mit der Klinge. Sitzt hier nicht alles exakt, können diese Fehler später in der Regel nicht mehr korrigiert werden.





Nachdem der Kleber ausgehärtet ist kann die grobe Form des Messergriffes ausgesägt werden. Auch hier ist Vorsicht geboten, weggesägt ist weggesägt!




Nun heißt es schleifen, schleifen, schleifen...


Mit Bandschleifer, Raspel, Feile und nicht wenig Schmirgelleinen wird dem Griff solange zugesetzt, bis die gewünschte Form erreicht ist. Hierzu wird immer wieder mit der Konstruktionszeichnung verglichen. Zwar kann man vieles nachmessen, Augenmaß ist hier aber unersetzlich.




Zu guter letzt wird der Griff poliert und die Oberfläche mit Öl und Wachs gegen Umwelteinflüsse geschützt. Auch diese abschließende Bearbeitung der Oberfläche benötigt erstaunlich viel Zeit und Geduld wenn man ein perfektes Ergebnis erzielen will. Aber wie man sieht hat es sich gelohnt!